Carolina Schutti scheut in ihrem neuen Buch die Herausforderung nicht und bleibt sich dabei selbst treu. Extreme Landschaften spielen in Carolina Schuttis Werk seit jeher eine Rolle. So lässt sie in ihrem Roman Der Himmel ist ein kleiner Kreis ihre Protagonistin Ina nach Sibirien aufbrechen; in Patagonien setzt sie ihre Figuren am Ende der Welt... Continue Reading →
Shida Bazyars Roman „Die Lücken“
der diese nicht schließen, sondern als klaffende Wunden im kollektiven wie individuellen Gedächtnis sichtbar machen will. 1 „Deutsche Vergangenheit, dachte sie, du tauchst immer plötzlich auf und stehst dann direkt vor einem. Unterbrechung eines Alltags, in dem man nicht mit den Gedanken an Ermordete rechnete. Was folgerichtig war. Ein Alltag sollte nicht im Zusammenhang mit... Continue Reading →
Viele Verluste – können sie ein Gewinn sein?
Irene Pruggers neuer Roman "Das Jahr der Verluste", Haymon Verlag 2026 „Nachtflucht“ – so werden Firmen in Japan genannt, die Menschen über Nacht mitsamt Hab und Gut aus ihrem alten Leben und oft auch Partner*innen in ein neues transportieren. Lina wird zwar nicht bei Nacht und Nebel aus ihrem alten Leben katapultiert; letztendlich aber verlaufen... Continue Reading →
Über den goldenen Faden der Sprache verbunden
Han Kang, die südkoreanische Literaturnobel-Preisträgerin, beim Festival Sprachsalz in Kufstein. Teil eins Es war ein außerordentliches literarisches Ereignis, die südkoreanische Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Han Kang beim Festival Sprachsalz in Kufstein zu erleben. Es war einer ihrer vier Europa-Auftritte, umso wertvoller war es, ihr zuhören zu dürfen. Bereits im Vorfeld besorgte ich mir die neueste Publikation... Continue Reading →
Isabella Feimers Roman „Dreiundsiebzig Quadratmeter“. Ein Kammerspiel zwischen Austreibung und Einverleibung
Nach dem Tod der Mutter kehrt die Tochter zurück in die gemeinsame dreiundsiebzig Quadratmeter große Wohnung. Sie möchte Ordnung in die verbleibenden Dinge der Mutter bringen. Doch diese – die Dinge, die Wohnung – haben Anderes mit ihr vor. Sie treten eine Lawine von Erinnerungen los. An eine Kindheit, die von Maßregelungen und Disziplinierungen geprägt... Continue Reading →
Vom neuen Glanz uralter Mythen
Veronika Oberbichlers Roman Laute Wasser, Raetia Verlag 2026 Lágole, das ist der geheimnisvolle See, der im fragmentarisch überlieferten, von Karl Felix Wolff aufgeschriebenen Fanes-Zyklus der Dolomitensagen eine geringe und bei Anita Pichlers literarisch-poetischer und mit Unterstützung von Ulrike Kindl auch wissenschaftlicher Re-Lektüre und Re-Positionierung der Frauen aus Fanis eine wesentliche Rolle spielt. An diesen Ort,... Continue Reading →
Variationen von Leben. Anmerkungen zu einigen Büchern von Gerda Sengstbratl
„Von Neugeborenen tropft es. Sie sind noch nass von der Ewigkeit. Auch Lene trug diese Spuren. Allerdings wurde sie in eine Fleischersippe geboren, wo die Menschen im Inneren Gefrierfächer tragen Dieses Zitat aus dem Roman „Jenseits der eigenen Hände“ von Gerda Sengstbratl aus dem Jahr 2006 spiegelt in seinen drei Sätzen das bittere Konzentrat wieder,... Continue Reading →
„Auf die Träume und die Freundschaft“*
Carolin Würfels Studie zu Maxie Wander, Brigitte Reimann und Christa Wolf *Carolin Würfels Widmung in meinem Exemplar des Buches Maxie Wander und Christa Wolf gehören zu den Autorinnen, die für mich sehr wichtig sind. Ihre Romane, Reflexionen und ihre Kämpfe um Selbstbestimmung als Frau und Autorin haben mich, obwohl durch ein anderes politisches System sozialisiert,... Continue Reading →
Entdeckungen. Romane von Carolin Würfel, Tatjana Von der Beek und Anette Selg
In dem Moment, wo man beginnt, sich an einem Ort niederzulassen, mit Freundschaften, Liebschaften zarte Wurzeln und Bande mit ihm zu knüpfen, wird auch an diesem Platz das Wetter unzuverlässig. Bleibt einer also nur das Weiterziehen? In Carolin Würfels Roman „Zuhause ist das Wetter unbeständig“ (Hanser Berlin), konnte ich viele Gedanken, viele Sätze lesen, die... Continue Reading →
Der Dschungel
Als im Jahr 2016 die Entscheidung für das Großprojekt von Signa im Zentrum von Bozen fiel, beschlich mich sofort das Gefühl, dass es damit nichts Gutes haben und die Baustelle wie eine riesige und hässliche Zahnlücke lange das Gesicht der Stadt prägen würde. Das alles inspirierte mich zu einem Text, der auf weitere zeithistorische Geschehnisse... Continue Reading →