Nach dem Tod der Mutter kehrt die Tochter zurück in die gemeinsame dreiundsiebzig Quadratmeter große Wohnung. Sie möchte Ordnung in die verbleibenden Dinge der Mutter bringen. Doch diese – die Dinge, die Wohnung – haben Anderes mit ihr vor. Sie treten eine Lawine von Erinnerungen los. An eine Kindheit, die von Maßregelungen und Disziplinierungen geprägt... Continue Reading →
Vom neuen Glanz uralter Mythen
Veronika Oberbichlers Roman Laute Wasser, Raetia Verlag 2026 Lágole, das ist der geheimnisvolle See, der im fragmentarisch überlieferten, von Karl Felix Wolff aufgeschriebenen Fanes-Zyklus der Dolomitensagen eine geringe und bei Anita Pichlers literarisch-poetischer und mit Unterstützung von Ulrike Kindl auch wissenschaftlicher Re-Lektüre und Re-Positionierung der Frauen aus Fanis eine wesentliche Rolle spielt. An diesen Ort,... Continue Reading →
Variationen von Leben. Anmerkungen zu einigen Büchern von Gerda Sengstbratl
„Von Neugeborenen tropft es. Sie sind noch nass von der Ewigkeit. Auch Lene trug diese Spuren. Allerdings wurde sie in eine Fleischersippe geboren, wo die Menschen im Inneren Gefrierfächer tragen Dieses Zitat aus dem Roman „Jenseits der eigenen Hände“ von Gerda Sengstbratl aus dem Jahr 2006 spiegelt in seinen drei Sätzen das bittere Konzentrat wieder,... Continue Reading →
„Auf die Träume und die Freundschaft“*
Carolin Würfels Studie zu Maxie Wander, Brigitte Reimann und Christa Wolf *Carolin Würfels Widmung in meinem Exemplar des Buches Maxie Wander und Christa Wolf gehören zu den Autorinnen, die für mich sehr wichtig sind. Ihre Romane, Reflexionen und ihre Kämpfe um Selbstbestimmung als Frau und Autorin haben mich, obwohl durch ein anderes politisches System sozialisiert,... Continue Reading →
Entdeckungen. Romane von Carolin Würfel, Tatjana Von der Beek und Anette Selg
In dem Moment, wo man beginnt, sich an einem Ort niederzulassen, mit Freundschaften, Liebschaften zarte Wurzeln und Bande mit ihm zu knüpfen, wird auch an diesem Platz das Wetter unzuverlässig. Bleibt einer also nur das Weiterziehen? In Carolin Würfels Roman „Zuhause ist das Wetter unbeständig“ (Hanser Berlin), konnte ich viele Gedanken, viele Sätze lesen, die... Continue Reading →
Der Dschungel
Als im Jahr 2016 die Entscheidung für das Großprojekt von Signa im Zentrum von Bozen fiel, beschlich mich sofort das Gefühl, dass es damit nichts Gutes haben und die Baustelle wie eine riesige und hässliche Zahnlücke lange das Gesicht der Stadt prägen würde. Das alles inspirierte mich zu einem Text, der auf weitere zeithistorische Geschehnisse... Continue Reading →
Ganz und gar nicht (un)heimlich. Olga Tokarczuks Roman „Empusion“
Kampa Verlag 2023 „Empusion“ ist der erste Roman, den Tokarczuk nach dem Nobelpreis, den sie 2019 rückwirkend für 2018 entgegennehmen durfte, veröffentlicht. Tokarczuk ist im eigenen Land eine hoch geachtete Autorin, die mehrfach mit dem Nike-Preis, dem bedeutendsten polnischen Literaturpreis, ausgezeichnet wurde. Aber auch international wurde ihr Werk mit vielfachen Auszeichnungen bedacht, so mit dem... Continue Reading →
Venedig, Castello, im März
Es ist eine schöne Fügung, dass mein Buchhändler, als ich ihm erzähle, dass wir für 10 Tage nach Venedig fahren und in einer Wohnung in der Nähe der Via Garibaldi wohnen werden, einen Roman zur Hand hat, der genau in diesem Viertel, im Sestiere Castello angesiedelt ist: „Garten der Engel“ von David Hewson, in der... Continue Reading →
Rock the table. Meine Relektüre von Emily Brontёs „Wuthering heights“
Die Relektüre von Wuthering Heights verdanke ich dem sehr lesenswerten Essay von Mithu Sanyal Zu Emily Brontё, erschienen in der von Volker Weidermann herausgegebenen Reihe „Bücher meines Lebens“ im Kiepenheuer & Witsch Verlag. Dies ist allerdings keine Rezension, vielmehr hat mir der Text zahlreiche Impulse bei der erneuten Lektüre dieses Romans geliefert. Gleich ist nicht... Continue Reading →
Endlich angekommen: Waltraud Mittichs Roman „Ein Russe aus Kiew“
Bereits bevor Annie Ernaux der Literaturnobelpreis verliehen wurde, dachte ich bei der Lektüre von Waltraud Mittichs Buch Ein Russe aus Kiew immer wieder an die französische Schriftstellerin. In ihrem Oeuvre umkreist sie ja ihr eigenes Leben, nimmt dies zum Ausgangspunkt um zu verstehen, im soziologischen oder besser im soziografischen Sinn. Indem sie sich selbst, ihr... Continue Reading →